Das beste Geschenk?

Sarah/ Dezember 27, 2017

Obwohl ich schon erwachsen bin, finde ich die Frage „Was werde ich wohl geschenkt bekommen?“ jedes Jahr wieder spannend. Wir schenken uns in der engeren Familie und im engsten Freundeskreis nach wie vor gegenseitig etwas. Spätestens Mitte November werde ich unruhig, schreib mir eine Liste, auf der ich meine Ideen sammle, wer sich denn über was freuen könnte. Und mindestens eine Woche vor Weihnachten sollte ich alles beisammen haben. Dann geht’s noch ans Einpacken und ans „Karterlschreiben“ – schließlich wollen für jeden auch ein paar liebe Worte gefunden werden.

Ich schätze mich in der glücklichen Lage, dass meine Mitmenschen mich sehr gut kennen, aufmerksame Zuhörer sind und ich selbst stets irgendeinen Wunsch habe und diesen auch äußere. So brauche ich mich vor Weihnachten nicht zu fürchten, da geheuchelte Freude übers Geschenk nicht notwendig ist.

In der Adventzeit fallen mir meist auch meine Highlights aus der Kindheit ein. Einmal wünschte ich mir ganz fest einen Pferdestall fürs Barbie spielen. Das war mit Abstand mein größter Wunsch in diesem Jahr und ich sprach ständig davon. Als ich zu Mittag des 24. Dezembers ganz aufgeregt verkündete, ich würde mich so drauf freuen, dass ich ihn heute endlich bekommen würde, mahnte mein Papa zur Vorsicht: „Und was ist, wenn das Christkind keinen bringt?“

Ich war fassungslos, denn das konnte und durfte ja gar nicht sein. Klar, mein Wunschzettel war immer lang, da standen auch Socken für die Puppe, ein neues Puppenkleid, und ein Pullover drauf. Aber die Puppe brauchte doch ordentliche Sachen zum Anziehen! Und außerdem hat mich das Christkind noch nie enttäuscht! Den größten Wunsch hat es immer erfüllt, über die kleinen ließ sich mit Mama ja vorab bereits verhandeln. Sie begutachtete die Wunschzettel meiner Schwester und mir bereits während des Entstehens und warf ab und zu ein, dass man auch bescheiden sein muss.

Plötzlich war die ungebrannte Vorfreude auf’s Christkind verflogen und ich war richtig nervös! Besonders ordentlich räumte ich diesmal mein Zimmer auf (Das Christkind bringt ja nur den braven Kindern was.) und blickte besorgt durchs Fenster in den frühabendlichen Himmel, wo das Christkind grad von Haus zu Haus flog. Wie sollte ich mit der Enttäuschung umgehen, falls ich wirklich keinen Pferdestall bekam? Um es kurz zu machen: Meine Erleichterung war ziemlich groß, als das richtige Päckchen für mich unterm Weihnachtsbaum lag 😉

 

Als Erwachsener ist das mit den Geschenken dann anders. Generell könnte man sich den wichtigsten materiellen Wunsch auch selbst erfüllen, da man mit Geld doch einiges kaufen kann. Dann gibt es aber auch noch die Geschenke, die man sich gar nicht gewünscht hat, die aber richtig genial sind. Ich denke da an mein Headest (eine großartige Idee meines Freundes). Ich hätte es mir gar nicht gewünscht, finde es aber so praktisch, dass es täglich in Verwendung ist. Ähnlich großartig finde ich meine Handschuhe (auch eine Überraschung von ihm), bei denen man die Kuppe vorne runtergeben kann und somit die Finger frei hat, gleichzeitig der Rest der Hand aber noch im Handschuh steckt und nicht eiskalt wird. (Handytippen u.ä. ist dadurch möglich! ;))

Auch heuer bekam ich neben vielen tollen Geschenken, die ich Großteils schon erahnen konnte, eines, mit dem ich nie gerechnet hätte und zwar von meiner besten Freundin.

Ich stand in ihrer Küche (übrigens in der die mir sehr gut gefällt, siehe den Blogbeitrag „Ah, so hätte die Küche also ausgesehen“ vom 06.12.17) und sie kam aus dem Wohnzimmer rein – mit einem großen, in Cellophan gehüllten Korb in den Händen. Ich ließ mit meinem entzückten Aufschrei den Hund vom Teppich hochschrecken und umarmte sie, kaum dass sie den Korb vor mir abgestellt hatte. Es war eine Sammlung meiner Lieblingslebensmittel! Da ich eher heikel bin und oft genau die eine Marke bei gewissen Produkten liebe, muss man mich sehr gut kennen und genau zuhören, um exakt das richtige zu erwischen. Und: sie muss dafür in mehreren verschiedenen Geschäften gewesen sein, denn es gibt nicht alle Produkte beim selben Geschäft. Ich war schlichtweg überwältigt, dass sie sich einerseits diesen Aufwand angetan hat und andererseits so aufmerksam bei meinen Schwärmereien über die Lebensmittel zugehört hat, denn meist ernte ich von meinen Mitmenschen bei meinen Ausführungen über für mich gutes Essen unverständliche oder gelangweilte Blicke.

Behutsam schaffte ich das kostbare Geschenk nachhause und erfreue mich heute noch an den Köstlichkeiten 🙂

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