Die Inflation der Fotografie (Gib dem Foto einen Titel)

Tomi/ Mai 9, 2018

Als ich noch ein Kind war, haben meine Eltern mit ihrer Spiegelreflex- bzw. Kompaktkamera (damals noch mit Film) unsere Erlebnisse eingefangen. Zur Jahrtausendwende bahnten sich die ersten Digitalkameras an, unsere erste war eine von Sony. Damals war ich gerade dabei meine Leidenschaft für Technik zu entdecken, weshalb diese für mich sehr spannend war. Wahrscheinlich bin ich auch heute noch ein Sony-Anhänger. Zu meiner Firmung bekam ich meine erste eigene Digital-Kamera. Eine HP Photosmart M407. Eine damals wirklich tolle Kamera, die ich immer noch habe!

Anfänge

Meine Motivation damals war eigentlich eine ganz klassische. Es war der Wunsch Erinnerungen einzufangen. Egal ob Urlaube, Ausflüge, Veranstaltungen, Familienfeiern oder sonstige Gegebenheiten, (m)eine Kamera war immer dabei. Doch der technische Fortschritt führte dazu, dass in mir der Zauber der Fotografie erlosch. Früher hat der Film die Anzahl der Fotos begrenzt, durch die Digitalisierung fiel diese Beschränkung weg. Fotos wurden nicht mehr bewusst „fotografiert“, sondern nur nebenbei „geknipst“. Als Smartphones zur echten Alternative für Kompaktkameras wurden, blieben Fotos auf diesen gespeichert. Sie wurden nicht auf den Rechner übertragen, geschweige denn ausgearbeitet.

Die Wichtigkeit des Bildes

Vor fast zwei Jahren jedoch, fing es an mich zu ärgern. Auf meinem Rechner und meinen Festplatten herrschte immer eine strenge Ordnung, nur bei den Fotos nicht. Ich fing an zu hinterfragen, warum dies so war. Ich kam zu dem Schluss, dass ein einzelnes Bild keine so große Bedeutung mehr hat wie früher.
Beispielsweise ist es heutzutage üblich zum Ende eines Urlaubs plötzlich mehrere hundert Fotos auf der Festplatte zu haben, Fotos werden ganz nebenbei mit dem Smartphone oder der Digitalkamera aufgenommen. Wirkliche Erinnerungsfotos, bei welchen bewusst darauf geachtet wird, wer sich wie positioniert, gibt es nur mehr selten. Stattdessen das zigtausendste Foto eines Gebäudes, eines Panoramas oder ähnliche.
Auch wird einfach auf den Auslöser gedrückt, ohne darüber nachzudenken, was das Ziel dabei ist. Wie der Youtube-Fotograf Stephan Wiesner in seinen Videos immer sagt: „Gib dem Foto einen Titel“.

Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft zumindest kurz darüber nachzudenken, ob das Foto, welches ich machen will, einen Sinn ergibt und ob es nicht schon zigtausend mal genau auf diese Art und Weise gemacht wurde. Ich bin schon gespannt, ob es klappt!

Noch mehr gespannt bin ich jedoch auf eure Erfahrungen. Macht ihr bewusst eine Pause um ein Foto aufzunehmen, oder knippst ihr darauf los? Schreibt es in die Kommentare!

 

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