Die Schuh Geschichte

Sarah/ März 28, 2018

Freitagabend ist Rueda Time! Die gemütlichen Treter werden in die Ecke gestellt und gegen die Tanzschuhe getauscht. Wie gewohnt ist das „Maestro“ gut besucht, die Jacken türmen sich am Kleiderständer.

Nach einer unterhaltsamen Tanzstunde gönnen wir uns eine kurze Pause mit kühlen Getränken, bevor wir beschließen aufzubrechen. Endlich raus aus den doch eher unbequemen Tanzschuhen… Doch wo waren nochmal schnell meine gemütlichen Treter? Ich war mir doch sicher, sie genau da hingestellt zu haben.

Fieberhaft lasse ich den Blick über die duzenden Schuhpaare streifen. Meine Schwester kommt mir zur Hilfe und auch unsere Freundin bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Die beiden bestätigen mir, dass wir die Schuhe genau da abgestellt haben und ihre beiden Paare sind auch noch genau an diesem Platz. Kurze Panik macht sich breit – dass sie womöglich jemand gestohlen hätte, doch das würde nicht zu den sympathischen Leuten hier passen!

Bei den kalten Temperaturen und dem nassen Wetter würde ich mir ungern die Sohlen meiner neuen Tanzschuhe am salzigen Asphalt zerstören lassen. Aber wie soll ich nachhause kommen?

Mittlerweile durchsuchen wir zu dritt das ganze Maestro und auch ein paar andere Tanzbegeisterte schließen sich an und helfen mit. Nach ein paar Minuten hält einer von ihnen triumphierend einen Schuh in die Höhe und deutet mir, ob das denn das gesuchte Objekt wäre.

Meinen erfreuten Aufschrei hören auch die anderen Suchenden und gehen daraufhin wieder ihre Wege.

„Du schaust immer noch unglücklich“, bemerkt meine Schwester als ich gerade in die Schuhe schlüpfe. „Ja, weil das nicht meine sind“, antworte ich. Mit großen Augen sieht sie mich an. Unsicher ergänze ich: „Also ich bin mir nicht ganz sicher, vielleicht bilde ich es mir auch ein… aber sie sind etwas breiter, noch sauberer und neuer von außen und die Sohle innen ist noch sehr flauschig und noch nicht so niedergetreten“. Ich richte mich auf und atme durch. Was soll‘s, womöglich hat tatsächlich jemand meine Schuhe angezogen und seine eigenen zurückgelassen. Verstehen würde ich es sogar, dass noch jemand die gleichen Schuhe hat, immerhin sind sie total gemütlich und sehen super aus.

An dem Abend war ich bereits sehr müde und vergaß übers Wochenende mein Schuhproblem wieder. Als ich am Montag aber in die Schuhe schlüpfte, erschrak ich und war mir sicher: Das sind hundertprozentig nicht meine Schuhe! Meine waren einfach schon viel weicher und schlichtweg eine Saison älter als diese hier.

Die Woche verging, ohne dass ich etwas tun hätte können. Ich trug eben fremde Schuhe, denn so viele Paare besitze ich nicht, dass ich auf ein anderes ausweichen hätte können. Am Freitag nahm ich sie dann mit und wir inspizierten die Schuhe der anderen Tanzbegeisterten ganz genau. Doch mein geliebtes Paar war nicht zu sehen. Einen Versuch wollte ich noch unternehmen und bat den Tanzlehrer mein Problem übers Mikro der großen Runde zu schildern. Der zögerte nicht lange, schnappte den Schuh, stellte ihn in die Mitte und meinte, wer ihn wiedererkenne, solle sich bei mir melden. Keine drei Sekunden später kam eine Dame auf mich zu und meinte aufgeregt: „Das ist meiner! Ich habe ihn an der Sohle, die drinnen ist erkannt, ich habe damals eine besonders flauschige reingegeben.“ Ich lachte sie an, erleichtert, dass sich das Problem somit gelöst hat. Verlegen fuhr sie fort: „Deine Schuhe hab ich leider zuhause, ich nehme sie dir beim nächsten Mal mit!“

Egal, Hauptsache ich krieg meine geliebten Treter wieder 🙂

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