Falsche Vorbilder?

Sarah/ Januar 3, 2018

Durch meinen letzten Blogbeitrag über Weihnachtsgeschenke erinnerte ich mich daran, wie gerne ich früher mit Barbiepuppen spielte. Laut meiner Mutter war ich oft stundenlang mit den Puppen beschäftigt, saß still auf dem Teppich im Kinderzimmer und war gedanklich in einer anderen Welt. Ich genoss das sehr. Es ging mir nicht so sehr ums An-, Aus- und Umziehen der Puppen, oft hielt ich die gleiche Barbie einfach für einige Minuten in der Hand und es sah vermutlich so aus als wäre ich erstarrt. Dabei spielten sich in meinem Kopf großartige Geschichten ab, die meine Puppen da erlebten. Neben Geschichten, die im wirklichen Leben wohl auch stattfinden könnten, dachte ich mir auch gerne Märchen mit Fabeltieren aus, nahm dafür meine Kuscheltiere zu Hilfe und wieder lagen die Spielsachen vor mir verstreut und ich sah sie oft nur an und träumte meine Story vor mich hin.

Die erste Barbiepuppe bekam ich gemeinsam mit einem Barbieauto und Ken zum dritten Geburtstag, meine letzte als ich schon deutlich über 10 Jahre alt war. Wenn ich mich recht erinnere, spielte ich bis ich fast 12 war.

Dann beschäftigte mich das Thema plötzlich von einer anderen Seite. Mit 13 Jahren lernten wir in der Schule Erörterungen zu schreiben. Dabei ging es meist um ein kontroverses Thema, zu dem wir sachlich alle pro und contra Argumente sammeln mussten und am Ende kurz unsere eigene Meinung ins Resümee packen mussten. Das Thema Magersucht war offensichtlich eins der Lieblingsthemen der Professoren, zumal wie sogar eine Mitschülerin hatten, die daran litt. Bei dieser Thematik kam auch die Barbiepuppe ins Spiel, wir lasen Zeitungsartikel, die das Spielzeug kritisierten, weil die Puppe total unrealistische Proportionen hat und den Kindern, die damit spielen ein falsches Bild von einem gesunden Körper vermitteln. Unsere Aufgabe war es dann in regelmäßigen Abständen bei all den verschiedenen Deutsch-, Englisch- und Französischprofessoren, die wir im Laufe der Jahre hatten, eine Erörterung zum Thema Barbie als Mitursache für Magersucht zu verfassen.

Mit der Zeit wurden diese Texte zur Routine und man schrieb eben „professionell“, was die Herrn und Frau Professoren hören wollten, auch wenn man die Argumente persönlich nicht verstand. Zumindest in besagtem Resümee durfte ich dann doch anmerken, dass ich diesen „Vorwurf“, dass Barbie den Kindern schlecht tut, selbst nicht ganz nachvollziehen kann, bzw. nicht so erlebt habe, als ich selbst ein Kind war.

Damals wie heute denke ich: Die Diskussion über die zu dünne Barbie gibt es sicher nicht umsonst, es wird schon was Wahres dran sein. Ich aber wäre nicht auf die Idee gekommen meine Taille mit jener meiner nicht lebendigen Barbiepuppe zu vergleichen, um dann frustriert das nächste Stück Schokolade auszulassen. In diesem Sinne: Ein Hoch auf die Barbie! 🙂

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