Heimat

Tomi/ Oktober 31, 2018

Ich hoffe ihr hattet einen schönen Sommer und einen noch schöneren Urlaub. Wart ihr im Ausland unterwegs? Wir waren in Kroatien und haben unseren Urlaub sehr genossen. Insgesamt waren wir acht Tage fernab des Alltags. Anschließend ging´s zurück in Richtung Heimat.
Während ich mich eines Abends auf einem Schiff flussabwärts gen Linz befand und in der Ferne das beleuchtete Linz erblickte, kamen mir meine Gedanken zum Wort „Heimat“, welche ich gerne mit euch teilen möchte.

„Was bedeutet Heimat für mich?“

Heimat – ein Begriff, welchen ich in letzter Zeit sehr oft höre. Sei es im persönlichen Umfeld, in der Arbeit und vor allem in den Medien. Bevor ich euch in meine Gedankenwelt eintauchen lasse, bitte ich euch zunächst einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand zu nehmen. Stellt euch nun folgende Frage: „Was bedeutet Heimat für mich?“.
Heimat kann so vieles sein. Beispielsweise das Land, die Einwohner, die Natur, Gebäude, Tiere, Spiele, Träume oder die eigene Familie. Nachdem ihr euch Gedanken über die Frage gemacht habt, beginnt mithilfe der Gedanken ein Bild eurer ganz persönlichen „Heimat“ zu zeichnen.
Es gibt kein Richtig und kein Falsch, es gibt nur eure Zeichnung. Ich freue darauf eure Gedanken in den Kommentaren zu lesen.

Eine Heimat?

Was habt ihr gezeichnet? Eine Landschaft, Häuser, Menschen? Ist es nicht die Vielfalt die Österreich so schön macht? Unsere Landschaft besteht nicht nur aus Bergen, sondern aus Wäldern, aus Seen und aus unseren vielen Städten und Dörfern. Unsere Kultur wurde im Laufe der Jahrhunderte von vielen anderen mitgeprägt. Das was wir heute als Heimat ansehen, ist ein bunter Mix aus Vielfalt. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass es das Wort „Heimat“ nur in der Einzahl gibt? Wenn ich also eine Heimat habe, kann ich keine zweite haben. Aber warum soll ich mich nur mit einer Heimat zufrieden geben, wenn ich doch ganz viele haben könnte?
Was wenn die Erde unsere Heimat ist? Was wenn die Erde unser aller Heimat ist, der ganzen Menschheit?

Der Populismus gewinnt in Österreich langsam aber sicher die Vorherrschaft. Dessen größtes Ziel ist es, nicht den Zusammenhalt in der Heimat zu stärken, sondern die Gesellschaft zu spalten. Ist die ganze Menschheit, ausgenommen der Österreicherinnen und Österreicher – verdorben und gefährlich? Warum unterteilen wir in gute und böse MigrantInnen oder AsylantInnen, macht es einen Unterschied ob jemand aus Kroatien, der Türkei oder Syrien kommt? Sind die einen gefährlicher als die anderen? Ja, es gab MigrantInnen und AsylantInnen die Furchtbares getan haben, überhaupt keine Frage! Doch müssen dafür alle anderen leiden? Glaubt nicht, dass diese Menschen keinen Respekt vor unserer Gastfreundschaft haben und uns nur Böses antun möchten. Das hat damit nichts zu tun, diese Menschen sind Verbrecher und egal ob In- oder Ausländer, jeder muss gleich behandelt werden. Heimat und Leitkultur sind leere Phrasen des politischen Populismus. Wir benötigen so etwas nicht. Unsere Kultur, die wie oben schon beschrieben ein Mix der Vielfalt ist, hat bereits einen exzellenten Wertekompass, nämlich das Grundgesetz. Kreuze in öffentlichen Einrichtungen, Hetze gegen MigrantInnen und AsylantInnen, das Eindreschen auf in Armut lebenden Menschen hilft dem Zusammenhalt nicht, sondern spaltet die Gesellschaft und sorgt für Angst und Schrecken. Werft noch einmal einen Blick auf die Zeichnung eurer Heimat. Die Zeichnung erscheint euch vielleicht realitätsfremd, aber dennoch ist sie real. Und wenn alle an einem Strang ziehen kann sie Realität bleiben!

Hinterlasse eine Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*