Nachts auf den Straßen

Tomi/ Februar 14, 2018

Es ist Nacht im winterlichen Linz. Leise Schritte sind zu hören, die durch die Gegend hallen. Es sind die meinen. Neben der Dunkelheit umhüllt mich auch die eisige Kälte. Ein paar Straßenlaternen beleuchten mehr schlecht als recht die Umgebung. Aus der Dunkelheit tauchen plötzlich die verschwommenen Umrisse eines Autos auf. Durch sein Schwarz ist es in der Dunkelheit schwer zu erkennen, jedoch werden die Umrisse immer klarer.

Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Es ist nicht nur die Freude der kühlen Nacht zu entkommen, es ist auch die Freude über das Auto. Auch wenn viele es nicht verstehen, ganz gleich ob Mann oder Frau, viele Menschen bauen zu ihren Autos eine Art Beziehung auf. Es ist kein Objekt, welches einen von A nach B bringt, es ist ein Teil deines Lebens, es begleitet dich auf vielen deiner Wege. Es steht dir zur Seite wenn du deine Einkäufe nach Hause transportieren magst, es bringt dich bei Ausflügen an die schönsten Plätze dieser Welt und wenn es kalt ist, bietet es dir Wärme und Geborgenheit. Für mich geht die Faszination noch viel tiefer. Als technikbegeisterter Mensch bin ich fasziniert von der Mechanik und Technik die in allen Fahrzeugen, ganz egal ob alt oder neu, ob groß oder klein und welche Antriebstechnik verbaut ist. Ich sage immer: Wenn du gut bist zu deinem Auto, dann ist es auch gut zu dir!

Es geht los!

Doch zurück zu dieser einen Winternacht. Ich entsperre das Auto und setze mich rein, drücke das Kupplungspedal nach unten, drehe den Schlüssel um und erwecke den Motor zum Leben. Jetzt nur noch den Gang einlegen und schon geht es los. Abseits der von den Laternen beleuchteten Plätze sind nur die dunklen Umrisse der Gebäude zu erkennen. Nach vorne hin erleuchten meine Scheinwerfer die Dunkelheit, das weiße Licht kämpft sich tapfer durch die Nacht.

Zu dieser späten Stunde ist kaum jemand unterwegs, ab und zu sehe ich Autos, deren Fahrer meinen, neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellen zu müssen, doch wofür? Haben Sie etwa genug davon, dass sie tagsüber aufgrund des Verkehrs durch die Stadt nur langsam dahinrollen? Ich fahre gerne und viel Auto, auch beruflich. Das bedeutet, dass meine Autofahrten oft von der Uhr begleitet werden. Ich kann es nicht genießen und bin gedanklich oft wo anders. In den Momenten wie jetzt habe ich jedoch keinen Stress, muss nicht dringend zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein. Ich kann die Fahrt genießen, kann den Lauten des Motors lauschen und die Bewegung des Autos fühlen. Eine solche Autofahrt ist für mich das Schönste. Auch wenn es noch so kitschig klingt, ich werde eins mit dem Auto.

Wenn die Nacht zum Tag wird…

Die Fahrt geht weiter, die Straßenlaternen werden immer rarer, die Umgebung immer dunkler. Die Bewegungen des Autos sind deutlich an denen der Scheinwerfer sichtbar. Egal ob Abblend- oder Fernlicht, die ausgeleuchtete Fläche wird weißlich ja fast taghell ausgeleuchtet. Trotzdem bereitet mir die Dunkelheit, die sich außerhalb des Lichtkegels befindet ein leichtes Unbehagen, weshalb ich mit höchster Konzentration fahre. Wer weiß, was plötzlich aus der Dunkelheit auftauchen könnte.

Doch es überwiegt das Gefühl der Sicherheit, schließlich habe ich vollstes Vertrauen in das Auto und auch ich bin bei der Sache. Das Fahren bereitet mir Freude, es ist einfach ein Genuss und so bin ich fast traurig als ich mein Zuhause sehen kann wie es aus der Dunkelheit auftaucht. Ich parke ein, stelle den Motor ab und steige aus. Das Auto verabschiedet sich durch ein kurzes Aufblinken der Blinker als ich es zusperre und ich tue es durch einen kurzes Tatschen auf der A-Säule, kurz bevor es ins Stiegenhaus geht, drehe ich mich noch einmal herum und werfe einen Blick auf das schwarze Gefährt.

Mach´s gut und bis morgen, wenn es wieder darum geht den stressigen Alltag zu meistern. Hoffentlich folgt bald eine Möglichkeit zu einer entspannten Fahrt!

 

Hinterlasse eine Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*