„Wer andere führen will, muss sich zuerst selbst führen können.“

Sarah/ Januar 10, 2018

Gespannt hörte ich schon seit ich mich erinnern kann zu – wobei das stimmt nicht ganz: Ganz früher, als ich noch ein Kind war, spielten wir immer „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst“ beim Abendessen. Aber nach einigen Jahren war es dann Papa, der beim täglichen gemeinsamen Abendessen stets von der Arbeit erzählte. Es ging um positive wie negative Erlebnisse und sehr oft wurden auch Führungsthemen besprochen: Wie sein Chef mit ihm und den Mitarbeitern umging und wie er selbst sein Team leitete. Ich fand das sehr spannend. Auch Mama erzählte von der Arbeit und wir kamen oft zum Schluss, dass der Chef dieses oder jenes super gelöst hat und bei anderen Themen verbesserungswürdig vorgegangen war. Soweit so menschlich.

Heute schaffen wir es nicht mehr, uns täglich auszutauschen. Trotzdem interessieren mich die Erlebnisse meiner Familie aus dem Arbeitsleben mit Vorgesetzen und Mitarbeitern sehr. Auch in meinem Studium wurde das Führungsverhalten thematisiert und in Rollenspielen erprobt. Damals beschränkten sich meine Erfahrungen auf jene, die man als Mitarbeiter mit seinen direkten Vorgesetzten macht. Ich muss sagen, da hatte ich bisher immer Glück, fähige Vorgesetzte zu haben.

2017 ergab sich dann überraschend die Möglichkeit, dass ich meine ersten Erfahrungen als Vorgesetzte eines kleinen Teams sammeln durfte. Mit Respekt, leichter Nervosität und einer großen Portion Freude ging ich an die Aufgabe ran. Ich kramte in meinem Kopf die Erinnerungen hervor, was ich bei anderen Chefs bisher kritisiert habe und versuchte, mein Bestes zu geben.

Ein halbes Jahr später hab ich durch mein Team schon einiges gelernt. Am meisten hat mich überrascht, dass die Führungsaufgabe eigentlich ganz schön viel Zeit in Anspruch nimmt. Will man auf die Mitarbeiter eingehen und sie individuell fordern und fördern, erfordert das schon eine gewisse Anstrengung und viele Gespräche. Ich mache das sehr gern, auch wenn nicht jede Unterhaltung immer lustig und einfach ist.

Normalerweise sagen das ja nur Mütter, aber es trifft auch im Beruf zu: Man investiert, Zeit, Nerven und strengt sein Gehirn an, um seine Rolle bestmöglich auszuüben – das ist anstrengend. Aber dann bekommt man so viel zurück, sodass sich die Mühe definitiv gelohnt hat! Wie eine Mutter beim Lächeln ihres Kindes die negativen Aspekte der Elternschaft vergisst, so ähnlich geht es einem in der Arbeit, wenn dann plötzlich der Mitarbeiter sagt, er gehe gerne in die Arbeit, weil die Aufgaben und das Team so gut passen. Oder wenn die Kollegin zuerst deprimiert ins Büro gekommen ist und es nach dem Gespräch mit neuer Hoffnung verlässt. Da erkennt man wieder den Sinn in der eigenen Arbeit und das spornt an.

Derzeit beschäftigt mich auch die Aussage einer Beraterin, die meinte: „Um andere führen zu können, muss man sich selbst gut führen können.“ Daran hatte ich bisher noch gar nicht gedacht. Aber dieses Zitat lädt zur Selbstreflexion ein. Darüber hinaus hat sie mir ein Buch empfohlen mit dem Titel „Lust auf Führung“. Allein wegen des Titels zog das Buch bereits meine Aufmerksamkeit in ihren Bann. Denn ich könnte nicht behaupten, dass jede Führungskraft die ich kenne, Lust auf ihre Führungsaufgaben hat. Das finde ich schade, da dadurch Schaden angerichtet wird und die Motivation der Mitarbeiter sinken kann.

Bisher konnte ich nur kurz reinlesen in die Lektüre, aber die Anregungen der Beraterin werden mich in nächster Zeit sicherlich noch beschäftigen!

(Hinweis: Beim Foto handelt es sich um KEINE Werbung. Wir bekommen nichts dafür, dass wir die Bücher empfehlen und tun dies freiwillig.)

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